fRANK bERZIK

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**** kÖln ****

Audio-Recorder-Vergleichstest zwischen;

EDIROL R-1 (Firmware 1.02)  TASCOM DR-1 (Firmware 2.0) 


Fazit

Beide habe ihr Stärken und schwächen!
Der EDIROL glänzt mit seiner Klangauflösung im Grenzbereich der oberen Mitten zu den hohen Frequenzen. Wobei der TASCOM seine Stärken klar im Komfort und der einfachen Bediensicherheit hat.

Klang

Beide Kandidaten klingen sehr gut! 
Gehen wir aber ins "kleingedruckte", zeigen sich unterschiedliche Charaktere und Schwächen, die jeder für sich geschmacklich beurteilen muss.
Der Unterschied, der sonst sehr gleichen Klangeigenschaften liegt in 2 Frequenzbereichen; 
Die unteren Mitten 120-350Hz werden von TASCOM voluminöser, lauter dargestellt. Der Gesamteindruck wirkt dadurch kraftvoller, druckvoller und körperhafter. Es ist der wichtige Bereich der unter Mastering-Ingenieure mit "Mittenmumpf" und "Wärme" beschrieben wird.
Anders beim EDIROL, der die Frequenzen sauber aufnimmt, aber etwas zu leise. Somit wirkt der Gesamtklang sehr schlank und leicht kalt. Mit einem gezielten EQ, in der Mastering-Kette, ist diese Schwäche leicht korrigierbar. 
Der zweite prägnante Bereich ist das Frequenzband um die 8kHz, an der die "Sprachverständlichkeit" und die "Brillanz" angesiedelt sind. Genau hier spielt der EDIROL seine Stärken aus. Die Klarheit und Auflösungsfreudigkeit lässt keinerlei Zweifel zu. Hier hat der EDIROL mit seinem (unmodisch) diskret aufgebauten Mikro-Eingangs-Verstärker nach so vielen Jahren (Baujahr 2005) immer noch das Beste was auf (Semi-) Profi-Niveau erreichbar ist.
Der TASCOM verwischt die Informationen ein wenig. Für mich als Analytiker und Neutralitätsfreund ein entscheidender negativer Faktor. Im späteren Mastering können diese Informationsschwächen nicht mehr abgefangen werden.  


Interne, eingebaute Mikros

Die internen Mikros taugen nichts!
Beim EDIROL R-1 klingt´s wie hinter einer Wolldecke versteckt.
Anders beim TASCOM DR-1, hier erinnert mich der Klang an meine Kindheit, als ich mit Freunden die Dosen-Gegensprech-Anlage verwendet haben. Erinnert ihr euch? – 2 Becher, mit einer Schnur im Becherboden verbunden und die Schnur stramm gezogen... doch doch, verstanden habe ich den Anderen... Also eher etwas um ein Gesprächsprotokoll an zu fertigen.




Natürlich/Virtueller Klangraum

Bedienung & Komfort

MERKWÜRDIG –-- von der Soft- und Hardware kommt mir der TASCOM DR-1 wie eine 1:1-Modernisierung des EDIROL R-1 vor. Ausser, dass der TASCOM, weniger Aufmerksamkeit auf seinen Mikro-Eingangsverstärker gelegt hat. Hier wurde aus Platzgründen ein integrierter Verstärker-Chip verwendet. Wobei der TASCOM durch sein aufgeräumtes und übersichtliches Display um ein Vielfaches fehlerunanfälliger ist. Das Gehäuse ist angenehm haptisch und aufgeräumt.
Im Gegensatz zu den Effekten, ist der zuschaltbare Limiter ein wesentliches Werkzeug bei einer Audioaufnahme, bei der die Quellenlautstärke (Bsp: dynamische Live-Band) nicht 100%ig kontrollierbar ist. Hier ist beim TASCOM, im Gegensatz zum EDIROL, eine ausgezeichnete Berechnungsarithmetik hinterlegt worden. Beim EDIROL würde ich es nur im äußersten Notfall einschalten.

Versuchsaufbau

Um gleiche Ausgangssituationen zu schaffen, wurde mit externem Stereo Mikrofon fb STEREO-MOBIL über einen Phantomspannungsgeber fb PHANTOM-MOBIL getestet.  
Beide Recorder nahmen in ihrer höchsten Qualität, 24bit/44,1kHz, bei ca. -3dB Maxaussteuerung und ohne Limiter auf.  
Aufnahmen vom HiFi-Lautsprecher, in gewohnt, bekannter Umbebung, wobei das Mikro seine Position nicht verändert.  
Live-Aufnahme eines Flügel-Innenraums um das feine Ausschwingverhalten (der Pianoseiten bei gedrückter Pedale) auf zu nehmen. Der Klangkörper wurde durch Klarinettentöne angeregt.  
Das Audiomaterial auf PC und in der WaveLab/Montage ausgewertet. Aufgrund der Gleichheit wurde hier jeder Track erst mal auf 32bit-Float und -0,3dB konvertiert.  
 


Stand

12´2011


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