fRANK bERZIK

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01´2009


IMPROVISIERTE MUSIK °°° Teil 1 - KURZskitzierung  


INHALT

Improvisierte Musik ist; die Vertonung eigener Gedanken, Gefühle, Bilder und Gemützuständen. Im besten Fall kann man diese Musik auch als eine nonverbale, musikalische Kommunikation verstehen. Als einzige Vorgabe ist das "aufeinander Hören" und der unbedingte Wunsch, "miteinander musizieren zu wollen" in den Vordergrund zurücken. Die Grundlage dieses Miteinanders ist ein relativer Umgang mit seinem Instrument und/oder seiner Stimme. Natürlich vereinfachen der bessere Umgang und die grössere Erfahrung mit seinem Instrument das Klangerlebnis.
Eine schöne und treffende Beschreibung über eine Art der Kommunikation ist die Parallelität zur verbalen Kommunikation im Alltag mit Freunden und Bekannten! Auch hier ist es leicht nachvollziehbar, dass der bessere und umfangreichere Wortschatz bzw. Umgang mit unserer Sprache einen lebendigeren, aufregenderen und spannenderen Gesprächsverlauf nehmen kann. Natürlich spielen die Sympathie zu seinem Gegenüber und das Umfeld, eine ebenso grossen Rolle.
Unterschiedlichste Färbungen zum jazzigen, klassischen, experimentellen, geräuschhaften, rockigen, minimalistischen etc. werden aus der Tatsache genährt, dass die meisten Improvisations-Musiker/Innen erst später zur Improvisierten Musik gekommen sind. Genau diese unterschiedlichen Vorkenntnisse und Erfahrungen halten die "kreative Suppe" an aufregenden und vielfältigen Einfällen am brodeln.Gerade durch diese Grenzwanderungen ist es für viele Improvisations-Musiker/Innen selbstverständlich, kunstübergreifend tätig zu sein. Da hier die Wachheit unterschiedlichster Sinne erforderlich ist und angesprochen wird, ist es die grösste Herausforderung mit performanden-, tanzenden-, bewegenden-, vortragenden- und bildenden Künstlern/Innen zu interagieren.

SELBER MACHEN ...

Das Beste an dieser Musikart ist, dass nach kurzer Eingewöhnungszeit, jede(r) mit fast jedem(r) ohne Noten und sonstigem Ballast, wie Real-Bool etc., musizieren kann. Man verabredet sich, trifft sich, redet ein wenig miteinander und hat Spass beim musikalischen Austausch.

GRENZBEREICHE

Improvisierte Musik grenzt sich lediglich durch das ignorieren sämtlicher Notationen und Symbolschriften als Spielvorlage ab. Der tatsächliche Grenzbereich der Improvisierten Musik, seit K.H.Stockhausen treffender Intuitive Musik genannt, beschreibt die Klangkunst, in der es ausschliesslich um Geräusche geht.Andererseits steht dem, die Konzeptionelle Musik als Übergang zur Komposition gegenüber. Hier geht es eher um die vorherige Vereinbarung bestimmter Eckpunkte, die in Wort, Schrift, Symbolik oder klassischer Notation, improvisatorisch um- oder angespielt werden.

JAZZ

Häufig wird der Jazz fälschlicher Weise als Improvisierte Musik tituliert.
Das Grundgerüst des Jazz ist, neben den jazztypischen Vereinbarungen unterschiedlichster Jazzarten, das zwingende Be- und Umspielen vorgegebener Rhythmen und Skalen (Notenfolgen, Harmonien). Somit ist der Jazz eher der Komposition und der Konzeptionellen Musik zuzuordnen. Je besser und erfahrener der/die Musiker/In spielt, umso grösser, länger, spannender, interessanter und phantasiereicher sind die Improvisationsphasen.
Lediglich der Freejazz bildet hierbei eine Ausnahme. Das ist aber eine andere, wesentlich längere Geschichte, in der die Unterdrückung der schwarzen amerikanischen Bevölkerung und deren Widerstand in den 1960er Jahren eine entscheidende Rolle spielt...

LITERATURTIPS

Titel  Autor  Verlag / Registrier-Nr  Bemerkung 
IMPROVISATION ... Kunst ohne Werk   Derek Bailey  ISBN 3-923997-02-7  evtl. vergriffen 
Almanach der
"365 Tage am Ort"
 
Peter Kowald  Walther König-Verlag    
"your own voice"
Ein Kaleidoskop von improvisierter Musik
 
Jean-Pierre Reinle (Hg.)  Chronus-Verlag
ISBN 3-0340-0507-5  
mit Begleit-CD
24,- € 
"Hear and Now"
Gedanke zur improvisierten Musik
 
Peter Niklas Wilson  Wolke-Verlag,
ISBN 3-923997-88-4 
 
       


WebLinks

°°° rANDInfo °°° die monatlichen Veranstaltungshinweise zur Improvisationszene
Musikbeispiele
K.H.Stockhausen zur Intuitiven Musik
Peter Brötzmann, DER Saxophonist am Freejazz- und Improvisations-Himmel
Karin Köster zur Freien Improvisation






JARUZELSKI im Gebäude 9



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